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Unser erstes Land in Afrika – Ägypten. Wir haben etwas Zeit gebraucht, um uns an das Land zu gewöhnen. Jetzt nach 2 Wochen sind wir langsam angekommen, jetzt fühle ich mich auch soweit den ersten Beitrag zu verfassen und euch ein bisschen up-to-date zu halten.

Wir konnten leider nicht, wie geplant, mit unserem Unimog von Italien mit unserem Schiff mitfahren. Somit sind wir nach Abgabe unseres Unimogs im Hafen von Ravenna mit dem Flieger nach Kairo vor geflogen. Ankunft war in Kairo abends am Flughafen und direkt mit dem Uber ins Hotel. Natürlich haben wir uns in Kairo ein schönes Hotel gegönnt, über Punkte kein Problem. 🙂 Das Cairo Marriott Hotel & Omar Khayyam Casino war hier unsere erste Wahl. Schön gelegen in Zamalek auf einer Nilinsel. Zack haben wir auch sofort die Diplomatensuite erhalten. Am nächsten Tag haben wir uns erstmal eine ägyptische SIM Karte von Vodafone geholt, 20GB für 20 Euro, für uns Deutsche ist das ein richtiges Schnäppchen. Leider war es in Kairo direkt an die 40 Grad, sodass wir beschlossen erst abends ein bisschen Sightseeing zu machen.

Eins muss man zu Kairo sagen, der Verkehr, wir beide haben noch nie so etwas gesehen (noch nicht mal in den Millionenstädten Südostasiens). Fahrbahnen sind in Kairo überflüssig, aus einer 4 spurigen Fahrbahn wir eine 8 spurige gemacht. Jeder fährt wie er will, das wichtigste ist, dass jede 5 Sekunden gehupt wird. Es ist also eine überwältigende, stickende und laute Erfahrung. Auch Geisterfahrer sind an der Tagesordnung. Es geht einfach alles kreuz und quer. Harry und mir schwante schon böses mit dem Unimog.

Zurück zum Sightseeing. Hinzuzufügen ist, dass wir genau im Ramadan in Ägypten angekommen sind. Wir dachten, das wird schon nicht so wild sein. Falsch gedacht: Essen zu bekommen vor Sonnenuntergang (gegen 19 Uhr) ist wirklich schwierig. Alkohol kann man direkt vergessen (außer in den Touristenhotels). Einen Vorteil hat man im Ramadan, geht man zum Zeitpunkt des Fastenbrechens durch die Stadt, hat man die Straßen fast für sich alleine (alle Essen und Trinken ja dann :)). So hatten wir auch bei unserem Besuch in der islamischen Altstadt von Kairo Glück. Wir sind durch die uralten Gässchen gewandert, haben Jahrhunderte-alte Moscheen und Häuser begutachten können ohne von jemanden angesprochen zu werden. Denn das weiß man ja, Ägypter sind geschäftstüchtig und es kann ja sein, dass man sein Nein doch noch in ein Ja umwandelt. Die islamische Altstadt von Kairo und der altertümliche Suq Chan-el-Chalili am Abend waren beeindruckend. Wir wanderten von den Schischa- zu den Lampen-Machern, von den Teppich- zu den Zeltherstellern. Und fühlten uns wirklich versetzt in die alte Zeit von Saladin.

Doch nicht genug Touri-Programm – am nächsten Tag früh aufgestanden, um möglichst früh nach Gizeh zu kommen. Schließlich sollte es wieder 40 Grad bei strahlendem Sonnenschein geben. Um eins vorweg zu nehmen, die Pyramiden von Gizeh sind beeindruckend. Man kommt aus dem trubeligen Kairo und steht plötzlich in der Wüste vor 4.000 Jahre alten Bauten. Leider hatten wir uns noch nicht allzu viel an die Ägypter gewöhnt, sodass Harry auch schön auf ein Kamel geschwatzt wurde. 🙂 Insgesamt aber ein beeindruckendes Erlebnis. Übrigens hin und zurück (eine Fahrt dauert mit dem Auto ca. 1 Stunde für umgerechnet 5 Euro mit dem Uber). An den Pyramiden ist uns eins besonders aufgefallen, in Ägypten fehlen die Touristen. Es war fast menschenleer als wir über das Gelände gelaufen sind. Auch die Souvenir-Verkäufer erzählten uns, wie schwer sie dieser Wegbruch trifft. Das sollte uns noch an jedem Stop auf unserer Reise auffallen.

Am Tag darauf, uns ereilte auch beide der Fluch des Pharaos (natürlich am Reisetag), machten wir uns auf zum Hauptbahnhof in Kairo. Wir hatten nämlich schon im Voraus erste Klasse Tickets mit Sitzplatzreservierung von Kairo nach Alexandria gebucht und zwar für 5 Euro für zwei Personen bei einer Fahrzeit von ca. 3 Stunden. Da sollte sich die Deutsche Bahn mal ein Scheibchen von abschneiden. In Alexandria haben wir erstmal das Sheraton am Strand bezogen, ein bisschen Urlaub muss ja sein. 🙂 Wir haben im Internet den Broker CFS gefunden, der uns für 870 Euro helfen wollte, unseren Unimog nach Ägypten einzuführen. Zu der Verschiffung wird Harry noch einen anderen Beitrag schreiben, aber nur so viel soll gesagt sein, ohne Broker wäre es nicht möglich gewesen. Nach 3,5 Tagen aber konnten wir mit unserem Mogi aus dem Hafen fahren. Endlich konnte es richtig los gehen!

Über Alexandria verliere ich nicht allzu viele Worte, da es nicht so viel zu berichten gibt. Die Stadt hat 4 Millionen Einwohner, liegt direkt am Meer und hat einen großen Hafen. Viel mehr ist uns nicht in Erinnerung geblieben. Außer, dass wir wundervoll angenehme 27 Grad mit einer leichten Brise vom Meer hatten.

Ich, als junge Frau, wollte auch noch ein paar Worte zum Reisen in Ägypten loswerden. Insbesondere in Alexandria hatte ich kein gutes Gefühl auf die Straße zu gehen. Überall wurde mit hinterhergerufen, an der Straße haben junge Männer auf ihren Mopeds angehalten und mich nach meinem Namen gefragt, in Imbissen wurde ich fast von den Blicken der jungen Männer ausgezogen, auf der Straße wurde mir einfach im Vorbeigehen an den Hintern gegriffen. Ich möchte dieses Thema nicht verschweigen, weil es ägyptischen jungen Frauen (egal ob verschleiert oder nicht) genau so oder noch schlimmer ergeht. Ich hatte gelesen, dass 98% der Frauen in Ägypten angeben, schon sexuelle belästigt worden zu sein. Selbst ich, als selbstbewusste Frau, hatte an manchen Tagen kein gutes Gefühl mehr das Hotel zu verlassen. Es störte auch keinen, dass Harry immer dabei war. Sobald wir aber aus den großen Städten und Richtung Süden unterwegs waren, änderte sich diese ersten Eindrücke. 🙂

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Isabella Venter
Juni 7, 2018 at 07:09 Reply

So exciting Anne and Harald! Will follow your journey with interest. Enjoy!

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