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Nachdem wir uns am Lake Tana etwas von der Krankheit erholt hatten, machten wir uns auf Richtung Bahir Dar, genau auf der anderen Seite des Lake Tanas gelegen. Der Reiseführer frohlockte mit einer mediterranen Stadt und guten Essensmöglichkeiten. Wir hatten uns im Vorfeld auch schon ein nettes Hotel ausgesucht mit secured Parking, Camping war keine Option, da einfach nichts vorhanden war. Die Fahrt verlief wie immer in Äthiopien, diesmal 220km in 5 Stunden, der Schnitt wurde besser. 🙂

Wir kamen an einem Samstag in Bahir Dar an. An diesem Tag war gerade Graduation der Studenten am College. Es war ein Trubel in den Straßen. Darüber hinaus war genau eine Woche zuvor der Anschlag auf den Präsidenten in Addis Abeba. Eins muss man sagen, die Äthiopier lieben ihren neuen Präsidenten. Er soll alle Stämme vereinen und Friede und Liebe über das Land bringen. Die Verbundenheit brachten die Äthiopier durch Flaggen, Armbänder, Stirnbänder, T-Shirts in Nationalfarben zum Ausdruck. Auch war für den Sonntag wieder Demonstration Day angesagt (in Gonder war den Sonntag davor auch bereits Demonstration Day). Es war aber schön zu sehen, dass die Äthiopier auf die Straße gehen, um zu zeigen, dass sie sich freuen. Bei uns in Deutschland gehen die Leute ja wenn überhaupt nur auf eine Demo, um sich zu beschweren. 🙂

Also es war einiges an dem Wochenenden in Bahir Dar los. Nach Ankunft freuten wir uns erstmal auf eine ordentliche Pizza. Die sollten in Bahir Dar besonders gut sein, schließlich war Äthiopien eine italienische Kolonie. Etwas mussten die Italiener ja hinterlassen haben. 🙂 Also los gings in das vom Reiseführer angepriesenen Restaurant. Ein bisschen Zweifel blieben, wir hatten bei TripAdvisor ein paar nicht so gute Kommentare gehört wegen Durchfall und so. Aber No Risk No Fun würde ich da auch sagen. Angekommen bestellten wir auch direkt die Pizza. Nun was dann kam hatte eher nicht so wirklich was mit eine italienischen Pizza zu tun… Der Teig war eher ein Cracker, Tomatensoße Fehlanzeige, dafür gab es wieder den leckeren Käse mit Raucharoma (wie die Milch), getrocknetes Hackfleisch (hat irgendwie den Geschmack von Trockenfutter für Hunde gehabt) und oben drauf, als Ersatz für die Tomatensoße, eine ordentliche Portion Gewürzketchup. Egal, immerhin überhaupt was zu Essen und Durchfall hat es auch nicht danach gegeben. Wenn ich auf dieser Reise etwas gelernt habe, dann sich auch über kleine Sachen zu freuen. 🙂

Als Hauptattraktion in Bahir Dar gelten die Wasserfälle des blauen Nils. Sie liegen ca. 35km außerhalb der Stadt in einem kleinen Dorf, geschützt mit einem Nationalpark. Man möge jetzt denken, wenn das ein Nationalpark ist mit Nationalparkbüro, in dem man natürlich den Eintritt und den obligatorischen Guide nehmen muss, dass es dort auch für Besucher einen gesicherten Parkplatz geben sollte. Ich war etwas skeptisch bei dieser Annahme und habe daher von der Idee Abstand genommen, mit dem Unimog rauszufahren. Nun blieben nur zwei Alternativen, eine geführte Tour zu buchen (Kostenpunkt 40 USD pro Person für 3 Stunden) oder mit dem öffentlichen Bus zu fahren. Der kostet pro Person nur 15 BIRR (50 Cent). Harry hat den Daumen auf dem Budget, also fiel die Entscheidung auf den Bus.

Wir machten uns also auf zum Busbahnhof. Eigentlich lief alles gut, wir hatten nette Helfer, die uns auch schon bald den richtigen Bus gezeigt haben. Ein Blick rein hat uns gezeigt, dass nur noch Stehplätze vorhanden waren. Eine Stunde bei einer Matsch- und Huggelpiste zu stehen, so Basic sind wir dann doch nicht unterwegs. 🙂 Also sind wir in den nächsten eingestiegen, der sollte fahren, wenn er voll ist. Nach einer Stunde warten gings los. Wir waren sehr positiv überrascht, im Bus wurden wir kein einziges Mal angesprochen, es kamen keine MoneyMoneyMoney Rufe, es war absolut entspannt (ok das Sitzen war nicht ganz so entspannt, die Knie waren schon voll gegen die Vorderbank gedrückt und bei der Huggelpiste tat einem langsam der Hintern weh).

Ankunft nach einer Stunde am Nationalparkbüro. Wie erwartet war es einfach nur ein Hüttchen mitten in dem Dorf, keine Parkmöglichkeiten, also richtige Entscheidung mit dem Bus zu kommen. In Äthiopien ist es ein Muss in allen Nationalparks einen Guide mitzunehmen (besonders blöd, wenn man mit seinem eigenen Auto fahren will, denn der Guide muss auch mitfahren… :)). In dem Fall bei den Blue Nile Falls war es aber positiv, der Guide war ein junger Kerl, konnte gut Englisch, hat viele Fotos von uns gemacht und uns die aufdringlichen Leute und Kinder vom Hals gehalten. Die Wanderung über eine alte portugiesische Brücke hinauf auf einen Hügel mit Ausblick auf die Wasserfälle war wirklich schön. Wir hatten Glück, dass wir zur Regenzeit dort waren. Dadurch konnten wir die Wassermassen fallen sehen. Der Guide berichtete uns, dass ein neues Wasserkraftwerk gebaut wurde, dadurch ist das durchfließende Wasser an den Fällen sehr zurück gegangen und in der Trockenzeit nur ein Rinnsal. Wir waren sehr froh, dass wir uns auf den Weg zu den Blue Nile Falls gemacht haben.

Die Rückfahrt war auch kein Problem, der selbe Busfahrer wartete noch in dem Dörfchen, der Bus war noch nicht voll. Wir wurden von ihm direkt wieder freundlich begrüßt. Alles lief vollkommen unkompliziert. Diesen Ausflug haben wir wirklich genießen können! 🙂

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