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Nachdem wir die Gegend um Fort Portal ausreichend erkundet hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Süden. Unser nächstes Ziel sollte der Queen Elizabeth National Park sein. Dieser Nationalpark bietet eine Savannen Landschaft und damit die „üblichen“ Tierarten, die man so in Afrika erwartet. Eine Besonderheit sind die Löwen von Ishasha, die entgegen ihrer Artgenossen auf Bäume klettern. Wir hatten uns schon im Vorfeld informiert und ein Hineinfahren in den Park mit unserem Unimog war aus Kostengründen mal wieder nicht drin.

Dafür hatten wir mit den Engiri Game Lodge eine Unterkunft im Park, mussten aber keinen Eintritt zahlen. Den Tipp mit der Unterkunft hatten wir sowohl bei Kluges Guest Farm, als auch in Kampala von Rüdiger, dem namibischen Overlander, bekommen. Auf dem Weg dorthin haben wir uns gegen Mittag in einem kleinen Dorf erstmal jeder eine Rolex gegönnt. Die kostet gerade mal 2.000 Uganda Schilling (umgerechnet 0,46€) und ist super lecker und sättigend. Auf einem etwas schmuddeligen Tisch am Straßenrand werden zwei Eier in einen mehr oder weniger sauberen Becher geschlagen. Dazu etwas Zwiebelstückchen, Salz, Pfeffer und Tomate. Wenn vorhanden auch noch etwas Kohl. Dann wir auf dem Holzkohlefeuer eine Gußeisenplatte heiß gemacht. Etwas Pflanzenöl drauf und dann die durchgequirlte Eiermaße darauf geben. Kurz darauf wird ein Chapati, ein rundes Fladenbrot, darauf gegeben, damit es ich mit dem Ei verbindet. Das ganze wird dann noch gewendet und auch von deren Seite gebraten. Zum Schluß wird das ganze aufgerollt und in eine Plastiktüte gepackt. Fertig ist die Rolex 🙂

Da die Straße mitten durch den Queen Elizabeth Nationalpark verläuft, haben wir schon unterwegs geschaut, ob wir Tiere von der Straße aus entdecken können. Außer ein paar Antilopen und zwei riesigen Elefanten in der Ferne haben wir aber leider nichts gesehen. Kurz vor dem Ziel haben wir dann noch beim Queen’s Pavillon angehalten. Er liegt auf einem kleinen Hügel und man hat eine gute Sicht in den Park. Vor Jahren kam hier mal die Queen zu Besuch und hat eine Safari gemacht. Die genaue Route kann man dort auf einer Bronzeplastik nachvollziehen.

Im Engiri Camp angekommen waren wir etwas ernüchtert. Das Areal macht einen recht trostlosen Eindruck. Der Boden besteht aus Erde und es sind viele niedrige Dornbüsche vorhanden. Wir haben eine ganze Zeit gebraucht einen brauchbaren Stellplatz zu finden und mussten ziemlich hin und her rangieren. Am erste Abend hat es dann heftig gewittert, sodass sich alles in eine Schlammpfütze verwandelte. Zu allem Ärger lief abends auch noch der Generator von ca. 18 bis 22 Uhr recht deutlich hörbar. Eigentlich wollten wir lieber die Tiere in der Nacht hören, aber daraus wurde nichts.

Am nächsten Tag hatten wir uns für eine Bootsfahrt durch den Kazinga Channel angemeldet. Er verbindet den Lake Edward mit dem Lake George und führt mitten durch den Park. Die Bootfahrt für 30$ pro Person wurde von einer Community Initiative ausgerichtet. Diese lag zum Glück ganz in der Nähe, sodass wir in ca. 20 Minuten zu Fuß zum Startpunkt gehen konnten. Dort wurde uns erstmal gesagt, dass wir noch auf einen Overlander Truck mit 18 Leuten warten müssten und diese in 20 Minuten da seien. Nach einer knappen Stunde Wartezeit waren dann auch schon alle da und es konnte losgehen. Leider haben wir den Fehler gemacht uns auf die falsche Seite zu setzen, sodass wir beim hochfahren keinen direkten Blick auf das Ufer hatten. Immerhin ging es auf der gleichen Seite zurück. An Tieren haben wir Nilpferde, Büffel, Warane, Krokodile und Vögel gesehen. Nichts was einen jetzt aus den Socken haut. Leider waren keine Elefanten zu sehen. Vielleicht weil es so kurz vorher geregnet hatte und es daher noch genug Wasser außerhalb des Kanals gab. Unterwegs ist dann noch 2 Mal der Motor ausgefallen und der Fahrer musste nach hinten etwas schrauben. Insgesamt war die Tour ok, müsste ich aber nicht noch einmal machen.

Nach 2 Nächten haben wir uns dann mit dem Ziel Lake Bunyonyi auf den Weg gemacht. Auf dem Weg dorthin wollten wir auf einen Tipp hin allerdings zuerst im Kalinzu Forest ein Schimpansen Tracking machen. Dies kostet hier 40$ pro Person und ist damit nur ein Bruchteil von den 150$ die im Kibale Nationalpark aufgerufen werden. Das konnten wir in unserem Budget noch unterbringen und wollten diese Chance nicht verpassen. Auch wenn sie nicht so groß wie die Berggorillas sind, sind sie doch nach DNA unsere nächsten Verwandten. Am Visitor Center angekommen trafen wir noch unsere australische Mittrackerin und dann ging es mit unserem Guide los in den Wald. Dort gibt es mehrere Trails und je nach dem in welcher Ecke sich die Schimpansen aufhalten wir der Trail ausgewählt. Auf dem Weg haben wir schon ein paar Black & White Colobus Monkeys und Red Tail Monkeys gesehen.

Währenddessen war unser Guide schon im Handykontakt mit den Chimp Trackern, die schon seit dem Morgengrauen auf der Suche nach den Schimpansen waren. Irgendwann kam dann die Nachricht, dass sie die Gruppe gefunden haben und wir konnten unseren Weg leicht daran anpassen. Nach ca. 1,5-2 Stunden Wanderung waren wir dann dort. Außer uns waren noch mehrere andere Gruppen da und schauten. Mit den Trackern ca. 15-20 Leute. Unser Guide hat dann aber gleich nachdem wir die ersten Schimpansen gesehen haben weiter im Wald neue Tiere gesucht, die wir dann in Ruhe in unserer kleinen Gruppe beobachten konnten. Wie viele Schimpansen um uns herum in den Bäumen unterwegs waren hat man erst gemerkt, als sie sich mit lauten Rufen untereinander verständigt haben. Da war vielleicht was los im Wald… 🙂

Die 1 Stunde, die wir bei den Schimpansen verbrachte haben, ging gefühlt schnell vorbei. Gesehen haben wir ca. 10 Tiere inklusive vieler Babys. Das Fotografieren der dunklen Tiere in dem schummrigen Licht des Waldes und dann noch vor einem hellen Hintergrund in den Baumwipfeln war sehr herausfordernd, sodass es bei den Bildern viel Ausschuss gab. Oft muss man auch sehr suchen, um die Teile des Schimpansen zu erkennen, die man gerade durch die Blätter sieht. Trotzdem war es sehr beeindruckend und das Geld auf jeden Fall wert. Wir können es nur weiter empfehlen.

Nach dem spannenden Tracking machen wir uns auf den restlichen Weg zum Lake Bunyonyi. Der See soll einer der tiefsten Afrikas sein. Auch wenn auf einem Schild eine tiefe von 6.500 Fuß (ca. 1.980m) steht ergibt die Recherche eher eine realistische Tiefe von ca. 900m. Immer noch beeindruckend. Die Straße ist sehr gut und wir kommen zügig voran. Unterwegs fängt es leider an wie aus Eimern zu schütten. Das verlangsamt unser Fortkommen etwas und leider läuft auch etwas Wasser bei unserem Durchgang rein. Da ist wohl etwas undicht geworden. Mal schauen, wann wir da nach gucken können. Hinter der Stadt Kabele, wo wir noch einmal Geld abgehoben haben, biegen wir links auf eine Gravel Road in Richtung See ab. Die Straße ist auf Grund des Regens sehr rutschig und uns bricht mehrmals das Heck aus. Kein schönes Gefühl, wenn es an der Seite ohne Leitplanke in die Tiefe geht. Entsprechend langsam fahren wir daher weiter.

Am See direkt gibt es viele „Resorts“ und Campingplätze. Wir haben uns das Bunyonyi Overlander Resort ausgesucht. Kurz bevor wir dort angekommen steht plötzlich ein weißes Kind am Straßenrand und winkt uns aufgeregt zu. Das ist mal was neues… Am Overlander Resort angekommen ist es leider sehr voll. Am Vordereingang blockieren bereits 2 große Overlander Trucks alles. Also geht es weiter zum Hintereingang. Doch auch hier stehen unten am See bereits 4 Trucks, sodass für uns nur ein Platz weiter oben neben einem Haus bleibt. Der ist zwar nett gepflastert, aber leider überhaupt nicht gerade. Wir rangieren recht lange hin und her um die bestmögliche Position zu finden. Das ganze natürlich im strömenden Regen und mit vielen Schaulustigen. Aber schließlich haben wir es geschafft und machen es uns drinnen gemütlich. Sogar die Heizung kommt mal wieder zum Einsatz.

Am nächsten Tag löst sich dann auch das Rätsel des weißen Kindes am Straßenrand auf. Es ist Michi, der mit seinen Eltern Werni und Silvana in ihrem Renault Saviem TP3 unterwegs sind (Blog: http://harmattan.li). Sie kommen uns am nächsten Tag besuchen und später schauen wir noch bei ihnen in der Kabale Lodge vorbei und schnacken bei ein paar Bierchen. Dort treffen wir auch noch 2 südafrikanische Overlander Pärchen, die gerade auf dem Weg nach Norden sind mit denen wir uns austauschen. Auch wenn die Unterkunft nicht besonders doll war, so war es doch nett so viele Overlander zu treffen.

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Eberhard Hewicker
September 13, 2018 at 19:47 Reply

Hallo,
Ihr seid ja sehr fleissig!
Und so viele tolle Bilder!
Und sogar eine Landkarte!
Das ist sehr rücksichtsvoll von Euch.
Es macht Spaß.Eure Berichte zu lesen.

Harry
September 16, 2018 at 09:45

Hallo Papa,
ja die Karten haben wir mal zur Orientierung dazu gepackt. Das hilft vielleicht die ganzen Orte aus dem Artikel mal grob einzuordnen. Schön das dir die Berichte immer noch gefallen :-
Liebe Grüße

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