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Als nächstes Land auf unser Reise stand Tansania auf dem Plan. Wir hatten im Vorfeld schon einiges gehört und gelesen und hatten daher am meisten Angst vor den sehr korrupten und anstrengenden Polizisten. Diese sollten einen bei jeder Gelegenheit anhalten und wegen echten oder erfundenen Kleinigkeiten zur Kasse bitten. Entsprechend angespannt machten wir uns am Sonntag Morgen auf dem Weg zur tansanischen Grenze. Von Masaka aus waren es nur knapp 90km bis zum Grenzübergang in Mutukula. Wir waren schon ein bisschen traurig, dass wir Uganda verlassen mussten. Im Vorfeld hatten wir uns schon alle Dokumente zurecht gelegt, sodass die Voraussetzungen für einen schnellen Grenzübertritt gut waren. Nachdem wir noch einmal den Parkplatz gewechselt haben und die üblichen Fixer abgewimmelt hatten, konnte es losgehen. In Mutukula gab es einen „richtigen“ One Stop Border Post. Das heisst die ugandischen und tansanischen Behörden sitzen im gleichen Gebäude und man kann alles in einem Rutsch erledigen. Soweit die Theorie…

Bei der Immigration hat auch alles gut geklappt und nach der Ausreise aus Uganda haben wir unser tansanisches Visum gegen die Zahlung von 50 USD pro Person schnell bekommen. Danach ging es zum Zoll, um das Carnet ausstempeln zu lassen. Leider war der ugandische Posten dort unbesetzt als wir ankamen. Die tansanischen Kollegen meinten wir müssten zu dem anderen Border Post auf der ugandischen Seite gehen, wo die Einreise nach Uganda abgewickelt wird. Nachdem wir uns dorthin durchgefragt hatten, wurde uns dort vom Supervisor gesagt, dass der Posten eigentlich besetzt sei und er den verantwortlichen Kollegen anrufen wird wo er denn sein. Daraufhin hat der Kollege einen kleinen Anschiss per Telefon bekommen und wir sind mit der Versicherung, dass der Kollege nun da sei wieder zurück gelaufen. Dort war der Kollege zwar immer noch nicht anwesend, aber nach ein paar Minuten tauchte er endlich auf. Aber eigentlich hätten wir nur den Stempel und ein Stempelkissen gebraucht, denn wir mussten ihm schön erklären, wie das Carnet auszufüllen ist. 😄 Aber immerhin hat er einen Bruder der in Bonn lebt. 😉 Das Einstempeln des Carnets auf der tansanischen Seite war relativ problemlos. Lediglich bei der Bezahlung der Road Tax konnte kein Wechselgeld herausgegeben werden. Dies wurde auf den Sonntag geschoben… This is Africa…

Frohen Mutes machten wir uns also auf den Weg unsere ersten Kilometer in Tansania zu fahren. Es dauerte auch nicht lange und schon kam die erste Polizeikontrolle. Nach der Kontrolle der Papiere kam die Frage nach den 2 Warndreiecken, dem Verbandskasten und dem Feuerlöscher. Das brachte für uns ein paar Probleme mit sich. Wir haben zwar einen 2Kg Pulverlöscher dabei, der wurde aber schon länger nicht mehr gewartet und da wird hier wohl sehr genau drauf geschaut. Leider haben wir an der Grenze anders als erwartet niemanden gefunden, der neue Feuerlöscher verkauft. Der Auto Verbandskasten, den wir neben unserer großen 1. Hilfe Tasche noch im Auto haben, ist auch schon etwas älter. Aber immerhin haben wir in Kenia für kleines Geld 2 neue Warndreiecke gekauft. Also bin ich in voller Überzeugung ausgestiegen und habe hinten aufgeschlossen, um die Warndreiecke vorzuführen. Unser Camper hat die Polizisten dann natürlich sehr interessiert und nachdem sie ein paar Fragen gestellt und hinten rein geschaut hatten, haben sie uns eine gute Fahrt gewünscht und die beiden anderen Punkte gar nicht mehr kontrolliert. Glück für uns 🙂

Einen ersten Stop haben wir un Bukoba am Viktoriasee gemacht. Dort wollten wir zum einen nach einem Feuerlöscher schauen und zum anderen vielleicht eine SIM Karte kaufen. Leider war beides nicht von Erfolg gekrönt, da am Sonntag fast alles zu hatte. Da es noch relativ früh war beschlossen wir weiter zu fahren und wollten im 175km entfernten Biharamulo im Boma Guesthouse campen. Das sollte in einem alten deutschen Fort sein und hörte sich ganz gut an. Als wir dann aber am späteren Nachmittag dort ankamen war alles abgeschlossen und niemand reagierte auf Hupen, Klopfen oder Rufen. Also musste schnell ein Plan B her. Anne hat dann schnell den Ort Nyankanazi als nächste Möglichkeit identifiziert. Das lag noch ca. 50km weiter auf unserem Weg um den Lake Victoria. Unterwegs wurde dann die Straße auf der B3, die von der ruandischen Grenze herunterkommt, extrem schlecht, sodass wir für die Strecke fast 2 Stunden benötigt haben. Aber immerhin waren wir noch gut vor Einbruch der Dunkelheit da und haben nach etwas Suchen auch das Sayari Guesthouse gefunden. Der kleine Junge am Tor wollte uns gleich mit dem Kommentar „fully booked“ wieder wegschicken. Anne konnte ihn dann noch überzeugen uns hereinzulassen, nachdem er verstanden hatte, dass wir im Unimog schlafen würden und nur etwas Platz brauchten. Hinter dem Tor sahen wir auch gleich warum das Guesthouse ausgebucht war.

Es stand nämlich ein Großer Overlander Truck im Hof, der offenbar erst kurz vor uns angekommen war. Das kam uns ganz gelegen und machte den Aufenthalt für uns angenehmer. Denn der Ort und das Guesthouse (wenn man es so nennen will) war eher shitty als hitty. 😄 Wir konnten für kleines Geld das Abendessen gemeinsam mit den Reisenden vom Truck einnehmen und haben noch einige nette Leute kennengelernt. Nach einigen Bieren am Lagerfeuer ging es für uns dann in den Unimog zum schlafen. Die Nacht war zwar etwas unruhig, da eine laute Party im Dorf noch bis 3 Uhr morgens ging und auch das Tor unserer Unterkunft zu früher Stunde mehrmals geräuschvoll geöffnet wurde. Wir waren aber trotzdem schon früh wieder auf den Beinen. Immerhin wollten wir heute nach Möglichkeit knapp 500km schaffen, um uns abends seit Äthiopien das erste mal wieder ein nettes Hotelzimmer zu leisten. Bei der Verabschiedung von Der Mutti des Guesthouses wurde Anne nich an ihre Brust gezogen und auf Swahili gesagt, wir wären jederzeit wieder willkommen. Sehr lieb! Vorher musste aber noch getankt werden. Da waren wir von Uganda schon etwas verwöhnt. Obwohl es sich um eine 24/7 Tankstelle handelte, dauerte es einige Zeit bis jemand kam, nachdem wir an der Zapfsäule gehalten haben (ca. 5 Minuten, keine Zeit für Afrika). Auf meine Frage „Visa or cash“ bekam ich leider auch keine Antwort. Das Stoppen des Tankens bei 160.000 TZS hat dann leider auch nicht geklappt, obwohl auf die Bitte eifrig genickt wurde. Ja man merkte deutlich, englisch ist nicht mehr die Hauptsprache, aber mit Händen und Füßen ging es dann ganz gut. 😉

Am Abend vorher hatten wir uns schon mit Often dem Fahrer des Overlander Trucks gesprochen, um mehr über die zu erwartenden Straßenverhältnisse zu erfahren. Er kannte die Strecke zum Glück gut und meinte das zu Beginn zwar noch einige Baustellen mit Diversions über schlechte Behelfsstraßen kamen, aber das es danach alles gute Teerstraße bis nach Arusha sein sollte. Das stimmte uns positiv was die vor uns liegenden 500km anging. Die Umleitungen waren zwar wirklich sehr nervig und wir kamen dort über viele Kilometer nur mit 20-30 km/h voran. Aber dann hörten sie irgendwann auf und wir kamen gut voran. Auch die Polizisten ließen uns in Ruhe. Falls wir überhaupt mal angehalten wurden, konnten wir nach Nennung unseres Ziels direkt weiterfahren, manchmal hat man auch einfach sinnlose Unterhaltungen mit den Polizisten – where are you going – this direction- where are you coming from – that direction. 😄

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