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Die Einreise nach Malawi war relativ problemlos. Die fehlenden US Dollar (siehe vorheriger Beitrag) könnten wir bei einer offiziellen Wechselstube an der Grenze erwerben. Neben dem Visum muss auch die Road Access Fee von 20 USD bezahlt werden. Direkt an der Grenze konnten wir auch noch eine SIM Karte kaufen. Nur das zugehörige Guthaben hatte der Junge nicht im Angebot. Das haben wir dann in der ersten Ortschaft dazu geholt.

Insgesamt hatten wir uns auf Malawi gefreut, wir hatten schon so viel Gutes von Freunden gehört. Und schließlich gilt Malawi als The warm heart of africa. Und die ersten Meter hinter der Grenze traf dies wirklich zu, die Kinder schrieen wieder von den Hütten und alle Leute winkten einen wieder sehr freundlich zu. Ähnlich wie in Uganda. Auch als wir die Rubbelkarten zum Aufladen unserer SIM Karte kaufen wollten, hatte die nette Dame nicht mehr genügend und ist von sich aus zum nächsten Laden, um uns welche zu holen. Was uns aber direkt auffiel, es war deutlich mehr Müll vor allem in den kleinen Dörfchen als in den anderen afrikanischen Ländern, durch die wir gefahren sind. In den Straßengräben war alles voller Plastikflaschen und, anders als in Tansania, kümmerte sich keiner darum. In Tansania wurde immer samstags die Straße von den Bewohnern gekehrt und der Müll anschließend angezündet. Dies schien hier nicht der Fall zu sein. Dafür waren deutlich weniger Fahrzeuge auf der Straße, Ja man merkte daran am meisten wie arm Malawi ist. Das Fahrrad war hier das Fortbewegungsmittel der Wahl, es gab sogar Fahrradtaxis, der Gepäckträger war schön mit einem Kissen überzogen.

Unser erster Stop in Malawi war das Chitimba Camp direkt am Malawi See unterhalb von Livingstonia. Das Camp ist sehr schön angelegt und wir konnten direkt auf den Sandstrand fahren. Der war allerdings etwas tückisch, da der Sand sehr tief war und ich bisher keine Erfahrungen im Sand fahren hatte. Der zu hohe Reifendruck tat sein übriges dazu und bis wir an unserem bevorzugten Schlafplätze standen hatten wir ein paar tiefe Furchen in den Strand gegraben. Als ich diese anschließend mit unserer Schaufel glätten wollte kam sofort ein Angestellter angelaufen und meinte das dürfte ich nicht, da es sein Job ist 😄

Für den nächsten Morgen hatten wir uns bei der Mushroom Farm schon für 9:00 Uhr für den Waterfall Hike angemeldet. Es sind zwar nur 10km vom Chitimba Camp aus, aber die Straße ist sehr steil, eng, kurvig und hat teilweise große Steine. So haben wir mit etwas Gegenverkehr doch fast eine Stunde gebraucht. An der Mushroom Farm angekommen haben wir festgestellt, dass unsere telefonische Anmeldung vom Vorabend irgendwie verloren gegangen ist. Der Guide wurde dann sofort angerufen und wir haben noch eine Dreiviertel Stunde die super Aussicht genossen.

Die Wanderung zu den Manchewe Waterfalls war sehr schön, aber auch anstrengend. Neben dem Blick von oben auf den Wasserfall und das momentan noch im Bau befindliche Wasserkraftwerk sind wir auch zu einer Höhle hinter dem Wasserfall und dann noch ganz zum Fuß des Wasserfalls gewandert. Hier war der Weg richtig steil und wir mussten mit unseren Wanderschuhen richtig klettern. Unser Guide Griffin war mit grünen Badeschlappen unterwegs bei denen auch noch der eine Bügel fast abgerissen war. Es hat ihn aber offensichtlich nicht behindert. Man kam sich fast etwas dämlich vor, wir mit den teuren Wanderschuhen neben den Grünen Schlappen. 😄

Zurück auf der Mushroom Farm haben wir uns etwas erholt und den super Ausblick genossen. Der Stellplatz liegt direkt an der Kante wo es steil zum Malawi See hinab geht. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich noch nach Livingstonia, eine alte schottische Missionsstation auf dem Hochplateau, fahren. Von dort aus sollte man dann auf Schotterstraßen über das Plateau in Richtung Süden weiterfahren können. Da es aber schon bei der Abfahrt anfing zu regnen und wir ausdrücklich gewarnt wurden die Schotterstraßen bei Regen nicht zu benutzen, da sie glatt wie Schmierseife werden, sind wir so schnell wie möglich wieder die 10km hinab zum See gefahren. Uns wurde auch so bei den Serpentinen immer etwas mulmig, wenn man vor sich nur noch den Abhang sah.

Von dort aus ging es weiter am Malawi See entlang zum Kachere Castle. Das haben zwei britische Aussteiger innerhalb von 7 Jahren gebaut und es sieht tatsächlich aus wie eine mittelalterliche Burg. Ziemlich surreal an so einem Ort. Die Camping Stellplätze waren sehr schön und so beschlossen wir gleich zwei Nächte dort zu bleiben und uns etwas um den Unimog zu kümmern. Es musste drinnen mal wieder sauber gemacht werden und neben ein bisschen Wartung auch die ein oder andere Kleinigkeit repariert werden. Am zweiten Abend haben wir dann noch Laura von Morri2Africa die kurze Zeit nach uns mit Ihrem Morris Minor auf einer ähnlichen Route wie wir gestartet war. Wir hatten ihren Fortschritt schon immer in Instagram gesehen und in Malawi hatte Laura uns dann eingeholt. Wir haben nett zusammen zu Abend gegessen und später noch ein paar Greens (Carslberg Biere) an der Bar getrunken und uns noch mit den Besitzern unterhalten. Der Besitzer berichtete uns auch ein bisschen von seinem Leben in Malawi, die Leute hier sind doch sehr unterwürfig, aber extrem freundlich. Wenn er morgens zu seinen Angestellten kommt, kann er nicht in die Gruppe rufen „good morning everybody“, sondern muss zu jedem einzelnen gehen „good morning Clement, how are you today? Goof morning Sarah, how are you today?….“. Meine Lieblingsgeschichte war aber, er war vor 10 Jahren in einem Dorf am Malawisee. Dort war er in einem Hotel mit einem ganz guten Restaurant. Einige Jahre später kam er wieder an den selben Ort und setzte sich in einen Stuhl in einem Garten, wo das Hotel war. Ein älterer man kam und fragte ihn „what do you want?“ und er meinte, ach gerne eine Cola. Er wartete ungefähr eine Stunde auf eine warme Cola. Da realisierte er, dass das kein Hotel mehr war und er bei dem Mann im eigenen Garten saß und der Mann ihn nicht bedienen wollte, sondern eher gemeint hat, was willst du hier in meinem Garten? Aber anstatt ihn zu verjagen, ist der Mann ins Dorf gelaufen und hat ihm eine Cola geholt. Ja so nett können die Malawier sein. 😉 Wir haben aber auch deutlich andere Erfahrungen gemacht, aber dazu im nächsten Beitrag.

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