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Wir hatten uns in Abu Simbel entschieden, den alt eingesessenen Grenzübertritt in Ashket zu nehmen und nicht den neuen Überland-Grenzübergang in Argeen. Das bedeutete allerdings, dass wir mit einer Fähre erstmal über den Nassersee übersetzen mussten, möglichst früh morgens. Die Grenze zwischen Ägypten und Sudan soll furchtbar bürokratisch sein und ewig dauern. Ein bisschen Sorge hatten wir schon… 🙂

Also wir in dem teuren Hotel, das wir uns gegönnt hatten, nachgefragt, wann denn die Fähre fährt. Ein älterer Herr meinte garnicht, da ein Tag vor Eid (Abschlussfest des Ramadan). So eine Kacke! Im Internet findet man übrigens nada zu der Fähre, nur von anderen Reisenden, wann sie diese Fähre genommen haben, nämlich um 7 Uhr morgens. Gut, dann sind wir mal typisch deutsch und fuhren um 6 Uhr früh Richtung Fähre. Neben uns waren schon 3 andere LKWs da, Overlander leider keine. 🙁 Wir hatten gelesen, dass die Fähre eigentlich 200 LE kosten sollte, natürlich haben sie uns 350 LE berechnet. In Ägypten kamen wir uns eigentlich immer nur über den Tisch gezogen vor. Egal! Die Fähre lief allerdings schon um 6:41 Uhr aus, also Glück gehabt, dass wir so früh dran waren. Die Fährfahrt dauerte ca. 45 Minuten, anschließend noch eine 30 km Fahrt bis zur Grenze durchs Niemandsland. Wir standen um 8 vor geschlossenen Toren, die Grenze machte erst um 9:30 auf. Macht nichts, es war an dem Tag nicht so heiß und wir entspannten uns ein bisschen bevor der Bürokratie-Wahnsinn anfangen sollte. Die Tore öffneten (natürlich mussten wir wieder eine hohe Einlassgebühr zahlen, damit wir überhaupt einfahren durften). Wir mussten erstmal vor einem kleinen Gebäude halten, in dem das Gepäck durchleuchtet werden sollte. Ein Soldat kam auf uns zu und hat uns mit Händen und Füßen zu verstehen gegeben, dass wir das ganze Gepäck durch den Scanner schicken sollten. Wie sollten wir das denn anstellen, wir haben doch auch keine Taschen. 😀 Nach einigem hin und her kam der Soldat wieder und hat sich von uns eine kleine Führung durch den Unimog geben lassen. Alles klar, nach 30 Minuten hatten wir das erste Hindernis überstanden. Nun ging die wilde Suche nach der Zollabteilung los. Alles war nur auf arabisch und die meisten Türen waren noch geschlossen. Die Immigration war bereits geöffnet, daher haben wir uns erstmal einen Ausreisestempel besorgt. Zweiter Punkt abgehakt. Aber wo ist denn jetzt die Zollabteilung? Wir hatten Glück und uns haben ein paar Jungs dort weitergeholfen. Ich blieb also beim Auto und diesmal warf sich Harry in den Behördensumpf. Erstmal ging es zum Copyshop, wir machten von allen Dokumenten 5 Kopien. Harry war für längere Zeit nur noch zu sehen, wenn er zwischen den Gebäuden hin und her gerannt ist. Ein netter älterer Herr kam um unsere Chassis-Nummer mit einem Bleistift auf ein Papier durchzurubbeln, so gabs wenigstens keine Schreibfehler. Nach 2,5 Stunden (und das ist wirklich Rekord) waren wir durch! Die Locals die mit uns zusammen gestartet sind waren auch nicht schneller durch. ByeBye Egypt – nächster Stop Sudan Border.

Im Sudan hatten wir einen Helfer, der uns durch alles durchgelotst hat. Also deutlich angenehmer. Außerdem haben wir schon an der Grenze den Unterschied zwischen Sudanesen und Ägyptern bemerkt. Alle waren plötzlich super freundlich und zurückhaltend. Wir mussten ca. 50 Hände schütteln, 20 mal in Handykameras lächeln, viele Fragen zu unserem Unimog beantworten und alle beteuerten, wie sehr sie sich freuen, dass wir da sind. Selbst der Wachmann wollte ein bisschen sein Englisch üben. Nach 1,5 Stunden hatten wir unsere Passports und Carnet gestempelt und dem Zollbeamten versichert, dass wir keinen Alkohol dabei haben. Nächster Stop Wadi Halfa!

Wadi Haifa ist ein kleines, staubiges Nest am Nassersee. Das ursprüngliche Wadi Halfa wurde aufgrund des Nasser Staudamms geflutet. Wir fühlten uns endlich in Afrika angekommen, alle Leute auf der Straße winkten uns zu, die Hautfarbe auch bereits deutlich dunkler. Als wir auf der Straße zu Fuß unterwegs waren, gab es kein ständiges Angerede, kein Hinterhergerufe. Wir waren auf der Suche nach Abendessen, einen Ort wo wir unsere Dollar tauschen können und einer SIM Karte für unser Handy. Denn aufgrund des Embargos können wir kein Geld an ATMs bekommen. Um es zusammenzufassen, alle Leute waren unglaublich hilfsbereit auf eine sehr unaufdringliche Art und Weise. Alle haben uns Willkommen geheißen, wir haben sofort mit ein paar Studenten Handynummer ausgetauscht, falls wir mal Fragen auf unserer Reise durch den Sudan haben, sollten wir ihnen nur eine WhatsApp schicken. Wir waren begeistert und freuten uns auf unsere Reise durch den Sudan!

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Mirko Lange
Juli 23, 2018 at 13:59 Reply

Ach ja, und noch eine Frage:
Hattet ihr die Visa für den Sudan in Deutschland geholt oder direkt an der Grenze beantragt? Die Botschaft in Berlin antwortet nicht und ist telefonisch nicht zu erreichen…

Harry
Juli 23, 2018 at 14:47

Wir haben das Sudan Visum in Asswan beim sudanesischen Konsulat beantragt. Kostet 50 USD und benötigt zwei Passbilder, eine Kopie des Reisepasses und eine Kopie des Ägypten Visums. Wir konnten das Visum am nächsten Tag abholen. Das Konsulat hat Mittwoch, Freitag und Samstag geschlossen. Die Position des Konsulats lautet N 24.05545, E 32.88342.

Mirko Lange
Oktober 11, 2018 at 17:48 Reply

Hey ihr Beiden!
Wir sind es wieder…Mirko und Djamila…Die auch ungefähr eure Route nehmen wollen…
Wir haben da noch ne Frage zum Grenzübergang Ägypten Sudan…
Hat man euch nach Israel gefragt oder den Pass sehr genau kontrolliert?
Wie seid ihr an die helfende Person gekommen?
Ich habe bei der Zollabfertigung in Haifa einen anonymen Stempel in meinen Pass bekommen.
Und jetzt haben wir Sorge, dass der Sudan uns nicht rein lässt…

Harry
Oktober 16, 2018 at 17:18

Hallo ihr zwei,
Sorry für die späte Rückmeldung. Wir hatten die letzten Tage nicht so dolles Internet. Wir wurden bei der Beantragung des Sudan Visums gefragt ob wir in Jordanien waren. Damit wollten sie wohl durch die Hintertür nach Israel fragen. Bei der Einreise hat niemand gefragt. Ob sie es genauer geprüft haben wissen wir nicht. Wir hatten im Sudan Unterstützung von Mazar an der Grenze. Er steht mit Telefonnummer in iOverlander.
Wir drücken die Daumen das alles klappt!
Liebe Grüße

Mirko Lange
Oktober 17, 2018 at 15:21

Dank dir für die Antwort!!! Wir schauen mal…Ist ja alles nicht so einfach mit den Auseinandersetzungen hier…
Euch weiterhin eine phantastische Reise!!! Passt auf euch auf! Und wir melden uns bestimmt nochmal; -)

Gloor werner
März 19, 2019 at 10:11 Reply

Hallo unimogi.de
Wir lesen sehr gerne eure Berichte. Sie sind immer sehr spannend und geben auch wertvolle Tipps. Wir sind jetzt in Luxor mit unserem Mercedes Sprinter. Unser Ziel ist gemütlich die Ostroute bis nach Südafrika zu fahren. Wir wünschen euch weiterhin gute Fahrt, herzliche Grüsse Heidi und Werni aus der Schweiz

Harry
März 28, 2019 at 21:09

Hallo Heidi,
hallo Werner,
schön von euch zu hören und das ihr gut in Ägypten angekommen seid. Wir sind schon seit Anfang Februar wieder zurück in Deutschland. Unser Unimogi wartet in Südafrika auf uns und im Herbst geht es noch mal zum Urlaub machen runter 🙂
Wir wünschen euch weiter eine schöne Zeit und allzeit gute Fahrt!
Viele Grüße
Harry

Laura
Juli 28, 2019 at 20:08 Reply

Hallo,

habt ihr Tipps für Reiseführer (Sudan + Kenia)?

Danke:)

Harry
Juli 29, 2019 at 08:59

Hallo Laura,

für den Sudan hatten wir keinen speziellen Reiseführer dabei. Für Kenia hatten wir nur den Marco Polo Reiseführer mit. Hier gab es leider keinen anderen der halbwegs aktuell war, als wir losgefahren sind. Zwischenzeitlich ist noch ein neuer Dumont Reiseführer für Kenia und Tansania rausgekommen. Da haben wir aber keine Erfahrungen mit. Übergreifend hatten wir noch den Lonely Planet Africa dabei. Hoffe das hilft dir etwas weiter.

Viele Grüße

Harry

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