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Wir starteten früh aus Abri, die Hitze stachelte uns an. Also ging es um 6:30 Uhr los. Bis Khartoum waren es ca. 750 km. Wir wollten schauen, wie weit wir kommen. Und wie die Hitze so ist…

Also frohen Mutes losgefahren (Mgzoub hat es sich nicht nehmen lassen, und hat noch mit uns zusammen um 6 Uhr gefrühstückt). Nach kurzer Zeit unsere erste Militärkontrolle. Wir Pässe rausgegeben und gewartet. Während dem Warten kamen einige Soldaten zu uns ans Auto, es war ein großes Hello und Welcome! Uns wurden sogar Bonbons (eins war nicht genug, jeder von uns durfte noch ein zweites nehmen) und Wasser angeboten. Noch nie hatten wir so eine nette Polizeikontrolle!

Nun ging es weiter, zu unserem Glück zog in der Wüste ein Sandsturm auf. Es war zwar etwas unheimlich zur Fahren, da man manchmal nicht sonderlich weit sehen konnte, aber dadurch konnte die Sonne nicht so fest scheinen und es war nicht so heiss. Also ein wunderbarer Vorteil für unserer lange Reise! Es ging auch ganz gut voran. Unser Unimog hat aber unter den knapp 750 km und den trotzdem über 45 Grad etwas gelitten. Ein bisschen Sorge hatten wir schon, aber wir wollten die Strecke auch durchziehen, denn eine Nacht in der Wüste, dazu noch Sandstrum klang nicht allzu verlockend. 

Wir schafften es und kamen um 18 Uhr nach fast 12 Stunden Fahrt am German Guesthouse an. Die letzten 30 km (die haben übrigens 1,5 Stunden gekostet) gingen durch Omdurman, einen Vorort von Khartoum. Sowas haben wir noch nicht erlebt. Überall hielten Busse, Tuktuks und Minibusse auf der Strasse wo sie wollten, Menschen/Schaafe/Ziegen liefen von rechts nach links, grosse Schlaglöcher auf der Strasse, unübersichtlicher konnte es kaum sein. Doch mit etwas Geduld und viel Gehupe schafften wir es!

Angekommen am German Guesthouse nahm uns erstmal Norbert in Empfang. Hier bemerkten wir auch den Sandhaufe, der sich während unserer Fahrt in unserem kleinen Häuschen wegen dem Sandstrum angesammelt hatte. Und zwar so feiner Sand, er war in jeder Ritze! 

Bei Norbert gab es ein Package von 20 Dollar pro Person inkl. Vollpension (3 mal Essen am Tag), Laundry soviel wir wollten inkl. Bügeln, Dusche, Toilette und abends kostenlosen Dattelschnaps (ja trotz Alkoholverbot im Sudan). Die WM hatte ja auch gerade begonnen, es gab einen grossen Fernseher direkt am Outdoor-Bereich des Pools, an dem jeden Tag die Spiele geschaut wurden. Wir konnten uns also rundum erholen. Neben zwei Katzen gab es auch noch ein ganz besonderes Haustier, eine 60 Jahre alte Schildkröte, die durch den Garten  gewandert ist. In Khartoum gab es nicht allzu viel touristisches zu sehen, nur den Zusammenfluss des weissen und des blauen Nils, den grossen Markt von Omdurman und das Nationalmuseum. Damit waren wir an einem Tag schon durch. Einen anderen Tag sind wir auf Dieseljagd gegangen. Zu der Zeit war Benzin- und Dieselknappheit im Sudan. Wir haben erfahren, dass die Knappheit durch die Opposition hervorgerufen wurde, die den Sturz der jetzigen Regierung bezwecken wollte. Neben der Benzinknappheit sind auch die Lebensmittelpreise in den letzten Monaten horrend gestiegen, allein der Brotpreis ist im letzten Monat um 30% gestiegen. Einkaufen im Sudan war fast teuerer als bei uns in Deutschland. Die Opposition will damit bezwecken, dass die Bevölkerung auf die Strasse geht. Das haben wir alles von Norbert erfahren, der mit einem Oppositionsführer befreundet ist. Wir haben den Mann auch kennengelernt, er hat uns geholfen einen Schlauch für unsere Vorgelegeentlüftung zu besorgen. Ein sehr netter Kerl. 🙂 Also zurück zur Dieseljagd. Wir hatten bereits am Vortag gesehen, dass ein paar Pickups an den Dieselzapfsäulen an den Tankstellen hielten. Wir dachten einfach, versuchen wir unser Glück. Bei der ersten Tankstelle haben sie uns nur 60 Liter gegeben, bei einer weiteren konnten wir volltanken, ein wahrer Genuss 120 Liter Diesel für 13 Euro! Da hätten wir gerne noch mehr getankt. Danach haben wir uns auch erstmal eine Belohnung verdient und sind zum Tuttifrutti, hier sollte es das beste italienische Eis in Khartoum geben. Wir wurden nicht enttäuscht! Der Besitzer ist ein Grieche und seine Frau Italienerin. Wir wurden auch gleich auf einen sehr guten Espresso eingeladen. Das Eis war auch vorzüglich! Ja in Khartoum konnten wir es uns gutgehen lassen! Alle Leute waren freundlich, die Kriminalität ist extrem gering, man kann auch nachts auf der Strasse laufen. Nachdem wir unser Auto von dem Sandhaufen befreit hatten, kam abends meist ein neuer Sandsturm mit anschließendem Regen. So einen Sandsturm haben wir noch nie erlebt, der Sand hat die ganze Luft dunstig werden lassen, man hat ihn eingeatmet, auf den Kleidern und auf der Haut gehabt. Es war fast, wie wenn es schneit. Also eigentlich mussten wir nicht mehr putzen, was soll’s, nach 10 Minuten Sandstrum eh wieder alles voll…. 🙂

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